Das Energiekonzept sorgt für eine nachhaltige Nutzung
Natürlich spielt angesichts der benötigten Heizung wie auch Kühlung der verschiedensten Nutzungsflächen auch die Energieeffizienz eine wichtige Rolle, weshalb ein ausgeklügeltes Klima- und Energiekonzept entwickelt wurde.
Heizung und Kühlung werden im Neubau über reversible Wärmepumpen sichergestellt und durch die Einspeisung der im Gebäude entstehenden Abwärme ergänzt. Die zusätzliche thermische Nutzung der Sprinklertanks senkt den Energiebedarf. Ein maßgeblicher Teil der Grundlast wird durch das Potenzial der thermischen Grundwassernutzung gedeckt, womit externer Energiebedarf und Kosten noch weiter reduziert werden können.
Für den Strombedarf sieht das Energiekonzept eine vollständige bilanzielle Deckung durch selbst erzeugten Strom aus regenerativen Quellen vor. Über eine großflächige Belegung des Flachdachs mit Photovoltaik-Modulen kann der gesamte benötigte Strom bilanziell zur Verfügung gestellt werden. Auf diese Weise können die noch verbleibenden CO2-Emissionen aus dem gesamten Gebäudebetrieb zu 100 Prozent kompensiert werden.
Um all diese für sich wirkenden Aspekte in ein großes Gesamtbild der Nachhaltigkeit einzubinden, wird der Leitfaden Nachhaltig Bauen (LNB) auf das Projekt angewandt. Als praxistaugliches Tool zur Prozessbegleitung bietet der LNB öffentlichen Bauherrn wie Planungsbüros eine wertvolle Hilfestellung, Projekte von der frühen Planungsphase an auf ihre Nachhaltigkeit zu untersuchen. Dabei werden vier Kriterienblöcke untersucht: Prozess- und Planungsqualität, Energie und Versorgung, Gesundheit und Komfort sowie Baustoffe und Konstruktion. Im Fokus sind damit sowohl technische Aspekte wie die Energieeffizienz als auch Fragen aus der Nutzungsperspektive, etwa die künftige Raumluftqualität, die entscheidend von den eingesetzten Baustoffen abhängt. Der Landkreis Karlsruhe hat begonnen, den LNB für kommunale Bauprojekte einzuführen und schließt damit den Kreis seiner Nachhaltigkeitsprozesse im Bausektor.